Unser Gehirn ist darauf spezialisiert Gefahren sofort zu erkennen. Alles was plötzlich passiert und eine sofortige Reaktion verlangt. Auf langsame, abstrakte, oder weit entfernte Risiken reagiert es hingegen kaum. Dafür wurde es nicht gebaut. Ein lauter Knall lässt uns sofort zusammenzucken, aber dass extreme Wetterereignisse immer häufiger werden, nehmen wir vergleichsweise gelassen hin. Nicht, weil es ungefährlich wäre, sondern weil diese Gefahr nicht in Sekundenbruchteilen entsteht, sie entsteht über Jahre und Jahrzehnte hinweg. Damit fällt sie unter den Radar unserer uralten Alarmmechanismen. Deshalb fühlt sich Klimawandel für viele abstrakt an — nicht falsch zu denken, nur menschlich.
Forscher nennen das psychologische Distanz.
Es gibt mehrere Arten, wie der Klimawandel sich distanziert anfühlt: zeitlich (passiert in der Zukunft), räumlich (passiert weit weg), sozial (betrifft andere, nicht mich) und hypothetisch (könnte, aber muss nicht passieren). Jede dieser Distanzen macht es uns schwerer zu handeln.